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Vor 80 Jahren

Luftbild Tonnenhafen

Entstehung des Tonnenhafen Wedel

Mit dem Übergang der Wasserstrassen von den Ländern auf das Reich durch den Staatsvertrag vom 29. Juli 1921 ist die Verwaltung der Seewasserstrasse Unterelbe aus der hamburgischen Verwaltung auf die neugegründete Wasserstrassendirektion Hamburg übergegangen. Ein großer Teil des zur hamburgischen Baubehörde Strom– und Hafenbau gehörenden Personals, der Geräte, der Bauwerke und Betriebsanlagen ging auf die neue Verwaltung über und brauchte eine neue Heimat. Die Wahl fiel auf Wedel.
Die Wasser– und Schifffahrtsdirektion (Reichswasserstrassenverwaltung) in Hamburg machte am 12. August 1926 die Absicht öffentlich, einen Tonnen– und Bauhof in Schulau zu errichten.
Nach Abwägung aller Einwände gegen die Planauslegung wurde am 13. November 1926 die landes– und deichrechtliche Genehmigung durch den Regierungspräsidenten erteilt.

Am 08. Dezember 1928 wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage bestand aus dem Hafen mit einer Slipanlage, sowie Werkstatteinrichtungen für die Unterhaltung der Tonnen, Leuchtfeuer und Schiffe. Ebenso wurden Gebäude für die Büros, die Wasch– und Umkleideräume sowie einer Werksküche mit Speisesaal errichtet. Für die Werksfeuerwehr wurden Garagen und ein Wohnhaus für die Betriebsbeamten und ihre Familien gebaut.
Viele Bedienstete siedelten sich in Wedel ab 1929 in der Neubausiedlung der Reichswasserstrassenverwaltung an.

Im östlichen Teil des Tonnenhafen war die Stackmeisterei Wedel ansässig. Sie war vordem auf der Elbinsel Hahnöfersand und musste sich in den ersten Jahren noch mit den mitgebrachten alten Holzschuppen und Baracken zurechtfinden. Ein Neubau in dem alle Zweige des vielseitigen Betriebes untergebracht werden sollten entstand Jahre später.

Der Stackmeisterei Wedel oblagen in erster Linie der Bau und die Unterhaltung der Strombauwerke zwischen Tinsdal bis Freiburg. Hierzu gehören die Stacks oder Buhnen, Uferdeckwerke und Leitdämme. In den Jahren 1930 bis 1937 sind durch die Stackmeisterei Wedel allein bei den Neubauarbeiten an der Elbinsel Pagensand 400.000 t Schüttsteine aus Oberländer Kähnen und rund 500.000 qm; Busch verarbeitet worden. Außerdem werden durch die Stackmeisterei die baulichen Unterhaltungsarbeiten an den bauhofeigenen Gebäude und Anlagen, den zahlreichen Leuchtfeuern und sonstigen Dienstgebäude durchgeführt.
Ferner obliegt ihr die Überwachung und Unterhaltung der Pegelanlagen und Wasserstandanzeiger.

Eine wichtige weitere Arbeit sind die Peilungen, d.h. die Feststellung der Wassertiefen. Die früher üblichen Profilpeilungen mit Peilstock und Peillot sind heute durch Echolotpeilungen mit einer modernen Echolot-Peilanlage, die sich auf dem Peildampfer des Amtes eingebaut ist, ersetzt worden.

Die Anlagen lagen vor 80 Jahren hochwasserfrei. Die Sturmfluten im Februar 1962, im Januar 1976 und im November 1981 überfluteten das gesamte Gelände.
Das Wasser stand bei der Sturmflut im Jahre 1976 ca. 1,75m über dem Gelände und verursachte erhebliche Schäden an den Bauwerken und den technischen Einrichtungen. Zur Beseitigung der gröbsten Schäden und zur Widerherstellung der Betriebsfähigkeit der Anlagen mussten rund 1,2 Mio DM investiert werden.